Wimpernserum mit Prostaglandinen

Wimpernserum mit Prostaglandin: Droht ein EU-Verbot 2026?

Die EU prüft derzeit ein mögliches Verbot von Prostaglandin-Analoga in Wimpernseren. Was bedeutet das für euch als Verbraucherinnen?
Wir bei Youneeq haben alle wichtigen Informationen zusammengefasst.

Aktuelle Situation: EU-Kommission stuft Wirkstoffe als unsicher ein

Die EU-Fachkommission SCCS hat in ihrer Stellungnahme vom Juni 2025 drei Prostaglandin-Analoga als nicht sicher für die Verwendung in Wimpern- und Brauenkosmetika bewertet: MDN (Methylamido-Dihydro-Noralfaprostal)Isopropyl Cloprostenate (IPCP) und DDDE.

Nach der öffentlichen Kommentierungsphase bis August 2025 prüft die EU-Kommission nun regulatorische Schritte – ein Verbot durch Aufnahme in die Verbotsliste (Anhang II) gilt als wahrscheinlich.

Ein Mann steht vor der Entscheidung Wimpernserum mit Prostaglandin zu verbieten oder nicht

Warum sind Prostaglandin-Seren so wirksam?

Prostaglandin-Analoga verlängern die Anagenphase des Haarfollikels – dadurch werden Wimpern sichtbar länger und dichter. Diese pharmakologische Aktivität ist jedoch genau der Grund für die Sicherheitsbedenken der Behörden. Ähnliche Wirkstoffe werden in verschreibungspflichtigen Glaukom-Medikamenten eingesetzt.

Bekannte Risiken und Nebenwirkungen

Die britischen Behörden warnen vor folgenden möglichen Nebenwirkungen:

  • Augenreizungen und Rötungen
  • Pigmentierung der Lidhaut
  • Periorbitale Fettatrophie (Volumenverlusts um die Augen)
  • In seltenen Fällen permanente Iris-Verfärbung

Mehrere Länder haben bereits Beschränkungen oder Verbote für Prostaglandin-Analoga in Kosmetika eingeführt.

Marktveränderungen in Deutschland

Behördliche Rückrufe

Im Juni 2025 wurde Wonderstripes WonderLashes bundesweit vom Markt genommen. Grund: Der Inhaltsstoff Isopropyl Cloprostenate und das damit verbundene Risiko pharmakologischer Wirkungen, die nicht mit dem EU-Kosmetikrecht vereinbar sind.

Produkteinstellungen und Umstellungen

Mehrere Hersteller haben bereits reagiert:

Black Sea Rod Oil: Natürlich bedeutet nicht automatisch sicher

Black Sea Rod Oil wird häufig als „natürliche, hormonfreie“ Alternative beworben. Tatsächlich handelt es sich bei diesem Extrakt aus der Plexaura homomalla Koralle jedoch um eine natürliche Quelle prostaglandinartiger Substanzen.

Obwohl in der EU-CosIng-Datenbank die Funktion als „hautpflegend“ geführt wird, ist regulatorisch die tatsächliche Wirkung entscheidend. Seren mit Black Sea Rod Oil, die pharmakologisch wirken, könnten daher ebenfalls von künftigen Prostaglandin-Beschränkungen erfasst werden. Die Herkunft „natürlich“ bietet keinen regulatorischen Schutz.

Kaufberatung: Worauf ihr achten solltet

Inhaltsstoffe erkennen

Achtet auf Wortendungen wie -prost-prostenate oder -prostamid(e) in der INCI-Liste (z.B. Isopropyl Cloprostenate, Ethyl-Tafluprostamid).

Oder teste Deine Wimpernserum Inhaltsstoffe mit unserer Prostaglandin Test App.

Sicherheit bei der Anwendung

Bei Auftreten von Rötungen, Brennen, Pigmentierungen oder Schwellungen solltet ihr die Anwendung sofort beenden und ärztlichen Rat einholen.

Sanfte Alternativen

Peptid-basierte Seren sowie Formulierungen mit Panthenol, Hyaluronsäure oder Glycerin bieten eine sanftere Alternative. Diese benötigen etwa 8-12 Wochen für sichtbare Ergebnisse, haben aber ein deutlich geringeres Nebenwirkungsrisiko.

Häufige Fragen

Wird das EU-Verbot definitiv kommen? Basierend auf der SCCS-Einschätzung „nicht sicher“ ist ein Verbot sehr wahrscheinlich. Die finale Entscheidung der EU-Kommission steht jedoch noch aus.

Warum verschwinden bereits jetzt Produkte vom Markt? Teils aufgrund behördlicher Rückrufe wegen Nichtkonformität, teils durch präventive Herstellerentscheidungen zur Vermeidung künftiger Regulierungsprobleme.

Ist Black Sea Rod Oil die sichere Alternative? Nicht zwangsläufig. Bei vergleichbarer pharmakologischer Wirkung gelten die gleichen Sicherheitsmaßstäbe wie für synthetische Prostaglandin-Analoga.

Fazit

Die regulatorische Entwicklung zeigt klar in Richtung Verbot der drei bewerteten Prostaglandin-Analoga. Für Verbraucherinnen bedeutet dies eine Neuorientierung hin zu sanfteren, aber langsameren Alternativen. Die Augengesundheit sollte dabei stets Priorität haben.


Hinweis: Der Markt entwickelt sich dynamisch. Die genannten Produktbeispiele entsprechen dem Stand bei Veröffentlichung. Aktuelle Informationen findet ihr auf den verlinkten Behördenseiten und Herstellerwebsites.

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